Klima und Licht
Das Klima in Berlin ist gemäßigt, aber deutlich kontinental geprägt: Warme, häufig trockene Sommer stehen grauen Wintern gegenüber, die kälter ausfallen als im Westen Deutschlands. Extremwetter gibt es selten, ausgeschlossen ist es nicht.
Im langjährigen Durchschnitt liegen die Höchsttemperaturen im Juli und August bei etwa 24 Grad, im Januar bei knapp 3 Grad; im Winter fällt das Thermometer nachts oft unter null. Mehr als 30 Grad gibt es inzwischen in fast jedem Sommer, und bei Ostwind im Januar fühlt es sich weit kälter an, als das Thermometer anzeigt. Schnee fällt nur unregelmäßig und bleibt in der Innenstadt selten lange liegen. Niederschläge kommen das ganze Jahr über, im Sommer oft als kurze, heftige Schauer. In heißen Nächten sind die dicht bebauten Viertel mehrere Grad wärmer als der Stadtrand.
Bei der Reiseplanung zählt oft das Licht mehr als die Temperatur. Ende Juni bleibt es fast 17 Stunden hell, und die Sonne geht erst gegen halb zehn unter. Kurz vor Weihnachten setzt die Dämmerung dagegen schon am Nachmittag ein. Im Winter bietet es sich an, Ziele im Freien auf den Vormittag und Museen auf den Nachmittag zu legen. Was je nach Saison ins Gepäck gehört, steht unter Reisetipps.
Frühling
März bis MaiSpät, dann plötzlich: Kirschblüte, erste Abende am Kanal und der Karneval der Kulturen an Pfingsten.
Sommer
Juni bis AugustLange Tage, Badeseen, Tempelhofer Feld und Musik in Straßen und auf Plätzen.
Herbst
September bis NovemberKlare Luft, Marathon, Lichterfestival, Herbstlaub im Grunewald und zwei Gedenktage.
Winter
Dezember bis FebruarWeihnachtsmärkte, Silvester am Brandenburger Tor, Berlinale und viel Zeit für Museen.
Frühling
In Berlin lässt der Frühling auf sich warten und setzt dann schnell ein. Im März ist es oft noch kühl und windig, im Mai sitzen die Leute abends schon am Kanal. Seit 2019 ist der 8. März, der Internationale Frauentag, in Berlin ein gesetzlicher Feiertag; viele Geschäfte haben dann zu.
Japanische Zierkirschen blühen meist im April an mehreren Abschnitten des früheren Mauerstreifens. Sie gehen auf Spenden zurück, die Menschen in Japan nach der Wiedervereinigung sammelten; damit pflanzte man in Berlin und Brandenburg Tausende Bäume. Am dichtesten stehen sie an der Bornholmer Straße unterhalb der Bösebrücke – dort wurde am Abend des 9. November 1989 als Erstes ein Grenzübergang geöffnet. Die Blüte währt nur wenige Wochen und richtet sich stark nach dem Wetter. Mehr zur Geschichte des Ortes finden Sie unter Berliner Mauer.
An Pfingsten würdigt der Karneval der Kulturen die Vielfalt Berlins: Seit 1996 gibt es ein mehrtägiges Straßenfest rund um den Blücherplatz in Kreuzberg, am Pfingstsonntag zieht ein großer Umzug durch die Stadt. Zuletzt verlief der Umzug wegen Bauarbeiten durch Friedrichshain statt durch Kreuzberg; die aktuelle Route geben die Veranstalter vorab bekannt.
Sommer
Im Sommer spielt sich das Leben draußen ab. Seit 1995 treten am 21. Juni bei der Fête de la Musique Bands und Chöre auf Plätzen, in Parks und in Hinterhöfen quer durch die Stadt auf. Bei Hitze zieht es viele an die Seen am Stadtrand – Wannsee, Müggelsee oder Schlachtensee – oder auf das Tempelhofer Feld, den früheren Flughafen, der seit 2010 für alle offen steht. Weitere Informationen finden Sie unter Grünes Berlin und Berlin am Wasser.
Im Juli findet in der Regel der Christopher Street Day statt, einer der größten Pride-Umzüge in Europa, der durch die Innenstadt führt. Zur Langen Nacht der Museen haben viele Häuser bis spät in die Nacht geöffnet, meist an einem Samstag im Spätsommer, zuletzt Ende August. An warmen Abenden laufen in Parks und Höfen außerdem Freiluftkinos.
Tipp
Die Hitze nicht unterschätzen
Pflaster und Fassaden geben die Wärme noch bis in die Nacht ab. Planen Sie weite Strecken für den Morgen, haben Sie Wasser dabei und nutzen Sie die Trinkbrunnen, die auf vielen Plätzen stehen. Nicht jede Badestelle wird bewacht; in Spree und Kanälen ist Schwimmen in der Regel verboten.
Herbst
Im September ist es häufig noch warm und die Luft klar, und die Stadt ist wieder aus den Ferien zurück. Am zweiten Septemberwochenende öffnen sich beim Tag des offenen Denkmals Hunderte Bauten, viele davon sonst nicht zugänglich. Der Berlin-Marathon folgt meist Ende September; er findet seit 1974 statt, startet seit 2003 auf der Straße des 17. Juni und endet am Brandenburger Tor. Auf der flachen Strecke wurden schon mehrfach Weltrekorde aufgestellt. Am Renntag sind zahlreiche Straßen gesperrt.
Der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit, ist bundesweit ein Feiertag. Im Oktober verwandelt das Festival of Lights seit 2005 für etwa zehn Tage Wahrzeichen wie das Brandenburger Tor oder den Berliner Dom in Projektionsflächen. Meist im Oktober ist das Laub am schönsten gefärbt – im Grunewald, im Tiergarten und in den Schlossparks.
Der 9. November trägt doppeltes Gewicht, denn Berlin erinnert an den Mauerfall 1989 und an die Novemberpogrome von 1938. Gedenkveranstaltungen gibt es unter anderem an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße; Hintergründe zu den Gedenkorten der Stadt finden Sie unter Erinnerungsorte.
Winter
Von Ende November an haben die Weihnachtsmärkte geöffnet, mal groß und trubelig, mal klein und nachbarschaftlich. Zu den bekannteren Orten gehören der Platz vor Schloss Charlottenburg, der Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche, die Umgebung des Roten Rathauses und die Spandauer Altstadt. Welcher Markt in welchem Jahr wo stattfindet, geben die Bezirke und Veranstalter bekannt.
Silvester wird in Berlin traditionell am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni gefeiert. Wie diese Feier abläuft und wer Zutritt hat, hat sich in den letzten Jahren mehrfach geändert. Schon Tage vorher muss man mit Absperrungen rechnen, am Abend selbst mit geschlossenen Bahnhöfen in der Umgebung; entscheidend sind die Ankündigungen des Landes Berlin.
Im Februar wird Berlin zur Festivalstadt: Die Internationalen Filmfestspiele, kurz Berlinale, gibt es seit 1951, ihr Mittelpunkt ist der Potsdamer Platz. Sie gelten als Publikumsfestival, denn viele Vorführungen sind nicht nur für Fachleute zugänglich. Im Übrigen ist der Winter die Zeit der Museen, Konzertsäle und langen Abende – und vor den großen Häusern sind die Schlangen dann häufig kürzer als im Sommer.
Monat für Monat
Die Tabelle fasst übliche Wetterlagen und regelmäßige Ereignisse zusammen. Angaben in Klammern können von Jahr zu Jahr abweichen.
| Monat | Wetter und Tageslicht | Prägendes Ereignis |
|---|---|---|
| Januar | kalt, kurze Tage | Museen und Konzertsäle |
| Februar | häufig grau, Frost möglich | Berlinale (meist Monatsmitte) |
| März | unbeständig, erste milde Tage | 8. März, Feiertag in Berlin |
| April | unbeständig, frisches Grün | Kirschblüte am Mauerstreifen (meist im April) |
| Mai | lange helle Abende | 1. Mai; Karneval der Kulturen (an Pfingsten, auch im Juni möglich) |
| Juni | die längsten Tage des Jahres | Fête de la Musique am 21. Juni |
| Juli | warm, Hitzetage möglich | Christopher Street Day (in der Regel) |
| August | warm, Badesaison | Lange Nacht der Museen (zuletzt Ende August) |
| September | mild, häufig klar | Tag des offenen Denkmals, Berlin-Marathon |
| Oktober | Laubfärbung, kühler | 3. Oktober; Festival of Lights |
| November | grau, früh dunkel | 9. November; Weihnachtsmärkte ab Monatsende |
| Dezember | kurze Tage, Frost möglich | Weihnachtsmärkte, Silvester am Brandenburger Tor |
Termine richtig planen
Die genannten Ereignisse finden fast alle jährlich statt, nur die genauen Daten ändern sich. Aus diesem Grund führen wir meist nur Zeiträume auf. Verbindliche Termine, Routen und Zugangsregeln geben die Veranstalter und das Land Berlin jeweils vorab bekannt.
Große Veranstaltungen verändern das Stadtbild. Rund um den Marathon, den Jahreswechsel oder Events auf der Straße des 17. Juni werden Straßen gesperrt, Bahnhöfe zeitweise geschlossen und Buslinien umgeleitet; Unterkünfte sind an solchen Wochenenden häufig früh vergeben. Wer es ruhig mag, reist in Wochen ohne Großereignis; wer das Fest selbst erleben will, rechnet für Anreise und Wege einen Puffer ein. Unser Wochenendplan eignet sich für jede Jahreszeit – im Winter mit mehr Museum, im Sommer mit mehr Ufer.
Zur Beachtung
Feiertage und Ruhetage
An gesetzlichen Feiertagen haben die meisten Geschäfte zu, viele Museen aber geöffnet. Am 24. und 31. Dezember schließen manche Häuser früher oder ganz. Öffnungszeiten prüfen Sie bitte vorab auf den offiziellen Seiten.